Treibhausgase berechnen & kompensieren

Warum das Berechnen, Messen, Vermeiden, Reduzieren und Kompensieren der Treibhausgas-Emissionen so wichtig ist für die Wirtschaft und Menschheit. Und welche Verantwortung die Veranstaltungswirtschaft dabei trägt. 

Um eine für den Menschen lebenswerte Welt zu erhalten, müssen die CO₂-Emissionen schnell und stark reduziert werden. Als sechstgrößter Wirtschaftszweig trägt die Veranstaltungswirtschaft eine entsprechend große Verantwortung. 

Chancen einer klimaneutralen Veranstaltungswirtschaft

Das zukünftige Business ist klimaneutral. Auch in der Veranstaltungsindustrie. Das ist bereits beschlossen und wird gesetzlich flankiert durch das Klimaschutzgesetz, das Lieferkettengesetz, das Kreislaufwirtschaftsgesetz und durch die neuen EU-Regelungen Fit for 55 und den Green Deal sowie durch die erweiterte Nachhaltigkeitsberichtspflicht für Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern. Dadurch müssen immer mehr Firmen und Lieferant*innen in der Lage sein, ihre CO₂-Emissionen berechnen und offenlegen zu können, um im Geschäft zu bleiben.

Eventagenturen und Auftragnehmer*innen bekommen das bei Ausschreibungen mit Nachhaltigkeitskriterien zu spüren. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA hat für alle Ausschreibungen ab 2023 Nachhaltigkeitskriterien angekündigt.

Alle Bundesbehörden führen aktuell EMAS-Zertifizierungen durch, die bis spätestens 2025 abgeschlossen sein werden. Dementsprechend werden bei Ausschreibungen und durch die Einkaufsabteilungen in Zukunft Nachhaltigkeitskriterien und Zertifikate eingefordert.

Die Chance für die Veranstaltungswirtschaft besteht darin, sich dieser Veränderung und Herausforderung für die Branche bewusst zu werden und sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Nachhaltiges Wirtschaften macht die Branche attraktiv für Besucher*innen (“Feiern ohne schlechtes Gewissen”) und für jüngere Generationen (Fachkräftemangel), die etwas bewirken wollen. Die Wirtschaft wird in Zukunft nur noch nachhaltige und klimaneutrale Produkte präsentieren. Entsprechend sollte eine Produktpräsentation keine Umweltsauerei sein.

Als Eventagentur besteht jetzt die einmalige Chance, sich gemeinsam mit den Kunden auf den Weg des klimaneutralen Wirtschaftens zu begeben und mit Workshops und Fortbildungen den Kunden zu helfen, nachhaltige Veranstaltungen umzusetzen sowie sich als Expert*innen zu positionieren für Events mit einem positiven Impact.

Positiver Impact der Veranstaltungsindustrie

Events können nicht nur weniger schädlich für Umwelt und Gesellschaft sein. Nachhaltige Events können einen positiven Impact erzeugen und einen positiven Effekt im Nachhaltigkeitsbericht erzielen. Denn die nachhaltigste Veranstaltung ist nicht die, die nicht stattfindet, sondern die, die einen positiven Impact hat! Die Branche muss umdenken und nicht nur den negativen Impact verringern, sondern Events kreieren, die einen positiven Impact auf Natur und Gesellschaft haben.

Die Veranstaltungswirtschaft kann mit ihrer Reichweite und dem emotionalen Zugang zu Millionen von Menschen und in alle Wirtschaftszweige hinein Nachhaltigkeit erlebbar und zugänglich machen. 

Die Veranstaltungswirtschaft kann also ein positiver Kipppunkt werden und damit einen wichtigen Beitrag leisten, um Teil der Klimalösung zu werden.

Über wieviel CO₂ Emissionen reden wir eigentlich?

Etwas über 10 Tonnen CO₂ Äquivalente (damit sind alle Treibhausgase eingerechnet und umgerechnet) verursacht jeder Mensch jährlich im Durchschnitt in Deutschland durch Wohnen, Heizen, Reisen, Ernährung und viele weitere Aktivitäten des Alltags. Laut Greenpeace dürfte der Mensch ca. 2 Tonnen Kohlendioxid jährlich pro Kopf verursachen – das ist die Richtschnur, an die wir uns halten müssen, wenn wir Umwelt und Klima auch für kommende Generationen schützen wollen. Die deutsche Wirtschaft verursachte 2021 insgesamt 762 Millionen Tonnen (Quelle: Umweltbundesamt). Deutschland verursacht im weltweiten Vergleich aktuell deutlich weniger als z.B. China – allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass Deutschland seine Waren zu einem hohen Anteil in China produzieren lässt, wie viele andere Länder auch. Und die pro Kopf Emissionen liegen in Deutschland deutlich höher als in China. Daher gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen – im Gegenteil: Wir müssen zeigen, dass die wirtschaftlichen Vorteile durch günstige und regenerative Energien überwiegen, um die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu beschleunigen.

Entstehung, Abbau und Speichern von CO₂

Kohlenstoffdioxid (CO₂) kommt natürlich und in großen Mengen in der Erdatmosphäre vor. Es ist ein natürliches Nebenprodukt der Zellatmung vieler Lebewesen und entsteht zudem bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Öl oder Gas. Auch beim Zerfall toter Organismen oder durch natürliche CO₂-Quellen wie Vulkangase wird Kohlenstoffdioxid frei. Einmal in die Atmosphäre abgesondert, baut sich CO₂ im Gegensatz zu anderen Stoffen nicht selbst ab. Im Zuge des sogenannten Kohlenstoffkreislaufs wird freigesetztes CO₂ entweder durch Gewässer physikalisch gespeichert oder durch Grünpflanzen im Zuge der Fotosynthese abgebaut. Dabei wird mithilfe von Sonnenlicht Kohlenstoffdioxid in Glucose (die als kohlenhydrathaltige Biomasse ein Grundstoff für alle Organismen ist) und Sauerstoff umgewandelt. Der Sauerstoff wird an die Umgebung abgegeben. Diese natürlichen Kohlenstoffdioxidspeicher werden auch „Kohlenstoffsenken“ genannt.

Der Mensch und CO₂ – die Folgen für das Klima

Nicht nur natürliche Prozesse setzen CO₂ frei, vor allem der Mensch hinterlässt einen großen CO₂-Fußabdruck auf der Erde. Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Erdgas in der Industrie oder beim Heizen wird seit dem Beginn der Industrialisierung weltweit immer mehr Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Die natürlichen Kohlenstoffsenken sind nicht in der Lage, das durch den Menschen zusätzlich verursachte CO₂ gänzlich zu binden oder umzuwandeln. Folglich steigt die Sättigung der Atmosphäre mit Kohlenstoffdioxid. Durch den Anstieg der CO₂-Teilchen in der Atmosphäre kann immer weniger der von der Erde abgestrahlten Wärme ins Weltall entweichen. Die Konsequenzen: Das Erdklima erwärmt sich, die Polkappen und Gletscher schmelzen ab und der Wasserspiegel der Ozeane erhöht sich.“ (Quelle: CO₂ Online)

CO₂-Emissionen und andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas sind verantwortlich für den Treibhauseffekt, der die Weltdurchschnittstemperatur immer weiter ansteigen lässt. Dies führt weltweit zu extremen Wetterereignissen wie Hitze- und Kältewellen, Orkane etc., die immer häufiger und heftiger in Erscheinung treten und Dürren, Fluten, Waldbrände etc. verursachen. Die steigenden Durchschnittstemperaturen verursachen eine Klimaveränderung, die für die Menschheit extrem gefährlich ist, wie dieses Bild verdeutlicht.

Aktuell liegen wir bei ca. 1,1 Grad. Beim Pariser Klimaabkommen haben sich über 190 Staaten darauf geeinigt, die weltweite Durchschnittstemperatur deutlich unter 2,0 Grad – idealerweise auf 1,5 Grad – zu begrenzen, indem die Staaten die CO₂-Emissionen senken, was bisher nicht in einem ausreichenden Maße geschieht. Auf Basis wissenschaftlicher Berechnungen gehen Experten davon aus, dass wir mit den aktuellen Zugeständnissen auf ca. 2,8 Grad oder mehr zulaufen, wenn sich alle Staaten an die Vereinbarungen halten.

Beim Überschreiten der weltweiten Durchschnittstemperatur von 1,5 Grad gehen die meisten Wissenschaftler*innen davon aus, dass negative Kipppunkte erreicht werden, die das Tempo der Erderhitzung nochmals beschleunigen. Diese Kipppunkte sind dann nicht mehr umkehrbar wie das Auftauen von Permafrost, das riesige Mengen Methan freisetzt.

Deshalb ist es so wichtig für die Menschheit, diese Kipppunkte möglichst nicht zu erreichen und alles dafür zu tun, weniger CO₂-Emissionen zu verursachen und möglichst viel CO₂ aus der Luft zu holen und zu binden.

Der Weltklimarat IPCC prognostiziert, dass ein zunehmender Klimawandel das Wirtschaftswachstum global verlangsamt, die Ernährungssicherheit gefährdet, soziale Ungleichheiten verschärft und damit die Gefahr von Konflikten und verstärkter Migration hervorrufen kann. Um den Klimawandel beherrschbar zu halten, muss die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten gehalten werden. Es sollten Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Nur so scheinen die Risiken für Mensch und Umwelt tragbar. Das bedeutet: Der Anstieg der weltweiten Treibhausgasemissionen muss gestoppt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, den individuellen Treibhausgasausstoß so niedrig wie möglich zu halten. 

Die wichtigsten Handlungsfelder zur Reduktion von CO₂ Emissionen in der Veranstaltungswirtschaft

Mit der 16 Steps Initiative und dem Sustainability Rider mit Checkliste zeigen wir die wichtigsten Handlungsfelder auf und bieten umfassende Informationen, um die jeweiligen CO₂ Emissionen zu verhindern oder deutlich zu reduzieren.

Sei es die Anfahrt der Gäste, Travel Management, Logistik, Catering, regenerative Energie, Energiemanagement, Abfallmanagement, nachhaltiger Einkauf etc.

Siehe Webseite: https://sustainable-event-solutions.de/16-steps-initiative/

Messen und Vermeiden von CO2 Emissionen

Um Emissionen vermeiden und reduzieren und Prioritäten setzen zu können, muss man wissen, an welchen Stellen wie viele CO₂-Emissionen entstehen. 

Um die Treibhausgasmengen zu bestimmen, wird eine Treibhausgas-Bilanz erstellt.

Grundlage einer Treibhausgasbilanzierung ist das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) https://de.wikipedia.org/wiki/GHG_Protocol

Man kann versuchen, solche Bilanzierungen selbst zu erstellen. Allerdings wird es wahrscheinlich stets Probleme bei der Glaubwürdigkeit der eigenen Messungen und Daten geben. Deshalb lohnt es sich für die Messungen der CO₂-Emissionen, eine externe Firma zu beauftragen, die eine Bilanz für die eigene Firma erstellt und von außen glaubwürdig bestätigen kann. 

Wichtig für die Erstellung solcher CO₂ Bilanzen ist die Abgrenzung und transparente Kommunikation des eigenen Bemessungsbereichs. Die Handlungsbereiche und Bilanzgrenzen werden auch anhand der drei Scopes veranschaulicht.

Scope 1

Alle direkten CO₂ Emissionen aus Quellen innerhalb der Grenzen stammenden Emissionen wie durch Heizen, Kühlen, Transportieren, Herstellung von Produkten, Mitarbeiter*innen, Services und allem, was das Unternehmen direkt kontrolliert.

Scope 2

Alle indirekten Emissionen aus außerhalb erzeugter Energie, Strom, Wärme, Kälte, ….

Scope 3

Alle sonstigen indirekten Emissionen, darunter die aus der Herstellung, aus dem Transport eingekaufter Güter, Rohstoffe oder aus der Verteilung und Nutzung der eigenen Produkte oder der Entsorgung von Abfällen. Auch Emissionen aufgrund von Geschäftsreisen gehören hierzu. Kurz: die gesamte Lieferkette und Emission, die durch Logistik zum Endkunden und was mit dem Produkt passiert. Auch, ob das Produkt recyclefähig oder tatsächlich kreislauffähig ist, gehört als Faktor dazu.

Die erste Recherche und Zusammenstellung der Daten für eine CO₂-Bilanzierung ist zeitlich aufwändig, mit der Zeit wird es immer einfacher, da sich der Aufwand jedes Jahr verringert.  

CO2 Bilanzierung für Events

Die CO₂-Bilanzierung von Veranstaltungen ist für Eventagenturen, Messeveranstalter etc. eine getrennt zu betrachtende Bemessung.

Denn die Bemessungsgrenzen verschwimmen schnell. Jedes Event hat seine eigenen Bemessungsgrenzen und Verantwortlichkeiten. 

Eine Eventagentur kann z.B. Auftragnehmer*in sein oder Auftraggeber*in oder auch eine Mischung aus beidem. Verantwortlich ist immer der/die Veranstalter*in. Allerdings sollte jeder Event-Supplier seine reduzierten und kompensierten CO₂ Emissionen kennen und offenlegen können. Nachhaltige Events können sogar einen positiven Impact auf Natur und Gesellschaft erzeugen. Damit haben sie gleichzeitig einen positiven Effekt im Nachhaltigkeitsbericht. Als Beispiel: Eine rechnerisch klimaneutrale Veranstaltung wird umgesetzt, der negative Impact dabei reduziert und die unvermeidbaren CO₂ Emissionen kompensiert. Werden dann pro Ticket eine oder mehrere Mangroven gepflanzt, entsteht eine positive CO₂-Bilanz.

Kompensation von CO2 Emissionen

Da es für den Menschen und die Wirtschaft aktuell noch nicht möglich ist, alle CO₂ Emissionen komplett auf null Emissionen zu bringen, gibt es die Möglichkeit der “freiwilligen Kompensation”.

Im Gegensatz dazu steht die „unfreiwillige“ Kompensation – also der europäische Emissionshandel. Der Emissionshandel ist für viele Industriezweige bereits verpflichtend. Dazu zählen die Energiewirtschaft, Raffinerien, Stahl-, Zement- und Aluminiumwerken und die Chemie-Industrie. Über ihre Anlagen werden viele mittelständische Unternehmen in den Emissionshandel einbezogen. Auch der Luft- und Schiffsverkehr nimmt am Emissionshandel teil. Ab 2026 gehören der Gebäude- und Verkehrssektor ebenfalls dazu. Beim Emissionshandel lag der Preis pro Tonne CO₂ im Jahr 2022 grob bei 80 Euro. Das führt zu höheren Preisen für die Nutzung von Öl, Gas und Kohle. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und die Reduzierung von CO₂-Emissionen sind also nicht nur umweltfreundlich, sondern sparen auch Geld.

Freiwillige Kompensation in der Veranstaltungswirtschaft

Erst, wenn sich Treibhausgase nicht mehr vermeiden und reduzieren lassen, kommt ein Ausgleich in Betracht. Dazu können Firmen und Privatpersonen Emissionsminderungsgutschriften (auch als Zertifikate bezeichnet) zur freiwilligen Kompensation erwerben, mit denen Klimaschutzprojekte finanziert werden, die an anderer Stelle CO₂ Emissionen verhindern oder zum Beispiel durch die Aufforstung oder Vernässung von Mooren das CO₂ aus der Luft binden. Die Kosten für eine Tonne CO₂ liegen hier bei ca. 25-30 Euro für hochwertige und kontrollierte Kompensationsprojekte.

Aufforstung und weitere Kompensationsprojekte

Um eine Tonne CO₂ zu speichern, muss z.B. eine Buche 80 Jahre wachsen. Pro Jahr bindet eine Buche im Durchschnitt etwa 12,5 Kilogramm CO₂. Man muss also ca. 80 Bäume pflanzen, um eine Tonne CO₂ durch Bäume kompensieren zu können. Da ein Mensch in Deutschland ca. 10 Tonnen CO₂ Emissionen pro Jahr verursacht, müsste man 800 Bäume pro Jahr pflanzen. (Quelle: co2online.de) Im Gegensatz dazu haben Mangroven einen ca. fünffach besseren Wirkungsgrad. Hinzu kommt, dass ein Euro in Projekten außerhalb Deutschlands mehr Wirkung erzeugt als in Projekten innerhalb Europas. In Deutschland gibt es zudem ein Wiederaufforstungsgesetz. Das heißt, dass jeder gefällte / abgestorbene Baum wieder aufgeforstet werden muss. Wenn, dann sollte es also immer um zusätzliche Wälder gehen und um kontrollierte und zertifizierte Projekte. Man kann aber auch in Solar, Wind oder Biogasanlagen investieren.

CO₂ Kompensationsprojekte in Entwicklungsländern

Deutschland und alle anderen Industrieländer haben eine Verantwortung gegenüber Entwicklungsländern, weil Industrieländer die historischen CO₂-Emissionen verursacht haben, die den Klimawandel auslösen und jetzt insbesondere ärmere Länder treffen. Diese Länder haben nicht die finanziellen Mittel für die Klimaanpassung. Somit sind sie viel stärker von den Auswirkungen von Dürren und Überflutungen betroffen. Die verheerenden Auswirkungen der Wetter- und Naturkatastrophen sorgen für immer mehr Flüchtlingsbewegungen. Deshalb ist es wichtig, gerade diese Länder mit Projekten zur CO₂-Kompensation zu unterstützen, die vor Ort für Aufforstung, Solarenergie, Windenergie, Wasserstoffherstellung, Arbeitsplätze und lebenswerte Bedingungen sorgen. 

Im Pariser Klimaabkommen, dem Nachfolger des Kyoto-Protokolls, stimmte die internationale Gemeinschaft darin überein, dass der Klimawandel ein kollektives Problem darstellt und somit nur durch eine weltweite Zusammenarbeit zu bekämpfen ist. Weiter wurde bestätigt, dass vornehmlich die Industrieländer die Länder, in denen die Auswirkungen des Klimawandels mehr spürbar sind, finanziell, technisch und beim Kapazitätsausbau unterstützen müssen.

Biodiversität und sozialen Aspekte fördern

Die natürliche Vielfalt geht weltweit so stark zurück wie noch nie. Die größten Treiber dieses Verlustes sind die intensive Landnutzung, Waldrodung, Pestizide und Wilderei. Insgesamt hat sich das globale Artensterben in einem Maße beschleunigt, dass es mittlerweile die Existenz des Menschen bedroht. Mit CO₂ Kompensationsprojekten lassen sich auch die Biodiversität und die sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit förder, wie die Bekämpfung von Armut, der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Gleichberechtigung, eine faire Bezahlung, die Vermeidung von Kinderarbeit, der Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen etc. Es lohnt sich also, die Kompensationsprojekte genau anzuschauen und passend zur Firma, Veranstaltung oder zum Projekt auszuwählen.

Ablasshandel / Greenwashing

Die Kompensation kann nur die zweitbeste Lösung sein und sollte dabei für absolut unvermeidliche Emissionen genutzt werden. Das Ziel ist die Vermeidung und Reduktion der CO₂-Emissionen. Denn jede weitere Tonne CO₂ ist zu viel. Um den Verdacht des Greenwashings und Ablasshandels zu vermeiden, ist eine transparente Kommunikation mit allen Stakeholdern wichtig. Es gilt aufzuzeigen, welche Schritte unternommen werden müssen, um CO₂-Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren. Auch die jeweiligen Verbesserungsziele sollten genannt werden. Es ist ratsam, in CO2-Kompensationsprojekte zu investieren, die ebenfalls transparent kommunizieren und kontrolliert bzw. zertifiziert sind.

Goldstandard

Es gibt viele Kompensationsmöglichkeiten. Allerdings gibt es auch einige schwarze Schafe unter den Kompensationsanbieter*innen. Billigprodukte für einen Euro pro Baum können rein logisch schon nicht funktionieren. Denn es gilt nicht nur den Baum zu säen, sondern auch dafür Sorge zu tragen, dass der Baum wächst und überlebt. Eine Zertifizierung garantiert eine entsprechend kontrollierte und hochwertige Kompensationsmöglichkeit. Das GoldStandard Zertifikat bietet dafür eine gute Orientierung. https://www.goldstandard.org/

Qualitätsstandards

Klimaschutzprojekte erfüllen also nur dann international anerkannte Qualitätsstandards, wenn sie die folgenden vier Eigenschaften aufweisen: 

1. Ausschluss von Doppelzählungen

Es muss sichergestellt sein, dass die im Rahmen des Klimaschutzprojekts eingesparten Treibhausgas-Emissionen nur einmal geltend gemacht werden. Eine Doppelzählung liegt dann vor, wenn die Emissionsreduktionen eines Klimaschutzprojekts mehr als einmal geltend gemacht werden. Vermieden wird die Doppelzählung durch Emissionszertifikate, die nur in einem einzigen Register ausgeschüttet und ausgebucht werden. 

2. Zusätzlichkeit 

Zusätzlichkeit im Bereich Umwelt bedeutet, dass das Klimaschutzprojekt im Vergleich zum Ausgangsszenario (bei dem das Projekt nicht existieren würde) zu einer Reduktion der Treibhausgas-Emissionen führen muss. 

3. Dauerhaftigkeit 

Hiermit ist gemeint, dass die Reduktionen oder Einsparungen von Treibhausgas-Emissionen dauerhaft sein müssen, damit das Klima auch dann einen Vorteil daraus hat, wenn das Zertifikat eines Klimaschutzprojekts bereits abgelaufen ist. 

4. Regelmäßige Verifizierung durch unabhängige Dritte 

Dieses Kriterium ist ausgesprochen wichtig, damit die Anforderungen der international anerkannten Standards erfüllt werden. Der Projektentwickler muss seine Klimaschutzprojekte konstant überwachen und regelmäßig durch unabhängige Instanzen wie TÜV Nord, SCS Global oder Aenor verifizieren lassen. Diese Validierungs- und Verifizierungsstellen (Validation and Verification Bodies, (VVBs)) überprüfen das Projekt mit der entsprechenden Methodik und verifizieren im Nachgang die tatsächliche Menge an Treibhausgasen, die entfernt oder vermieden wurde.

Autor: Stefan Lohmann, CEO von Sustainable Event Solutions & Mit-Initiator der 16 Steps Initiative. Weitere Informationen:

https://wir-die-zukunftsmacher.de/beitrag/zukunftsmacher-stefan-lohmann/

Über die Initiative “16 Steps bis 2025 – Für eine klimaneutrale Veranstaltungswirtschaft”

Mehr als 30 Branchenverbände, Medien und Netzwerke der Green Economy und der Veranstaltungsindustrie werben für das „16 Steps Programm“ in ihrem Umfeld. Ziel ist es, gemeinsam mit der gesamten Branche aktiv und Schritt für Schritt klimaneutral und nachhaltiger zu werden. Die 16 Schritte werden quartalsweise – step by step – gemeinsam veröffentlicht, um möglichst viele zu erreichen. Dadurch soll die Eventbranche bis 2025 einen Mindeststandard für klimaneutrale nachhaltige Veranstaltungen erzielen. Die einzelnen Schritte beruhen auf dem Sustainability Rider inkl. Checkliste von Stefan Lohmann. Der Rider wurde von EMAS und ISO Experten überprüft und bereits mehrfach in nationalen und internationalen Fachmagazinen besprochen und veröffentlicht. Auch der Umweltgutachterausschuss (zuständig für EMAS Zertifizierung) unterstützt die 16 Steps Initiative. 

Initiator*innen der 16 Steps Initiative:

Meet Germany – CEO, Tanja Schramm

Sustainable Event Solutions – CEO, Stefan Lohmann

Links:

Meet Germany 16 Steps Initiative
https://meet-germany.network/category/16steps

Sustainable Event Solutions – 16 Steps Initiative mit allen Unterstützer*innen
https://sustainable-event-solutions.de/16-steps-initiative/

Sustainability Rider mit Checkliste ist die Grundlage der 16 Steps Initiative
https://sustainable-event-solutions.de/die-sustainability-checkliste/
https://sustainable-event-solutions.de/sustainability-rider/

Kategorie: 16 Steps Initiative, Meet Germany | Meet Europe, Nachhaltigkeit
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