Was wir gestern gemacht haben ist morgen nicht mehr State of the Art – Interview mit Ralph Mauel

Gutes Wetter, eine Digitalveranstaltung in den Design Offices Humboldthafen in Berlin und ein sympathischer Gesprächspartner in Ralph Mauel von Studio-toGo.de sind die richtigen Zutaten für das erste Interview in diesem Jahr, was ich Face 2 Face führen konnte.

Ralph schön, dass Du Dir während der Produktion eines Events Zeit für mich und die COMMUNITY nimmst.

Du bist seit kurzem Mitglied der MEET GERMANY COMMUNITY, stell Dich doch kurz einmal dem Netzwerk vor und erzähle uns, wie Du überhaupt in die Eventbranche gekommen bist?

Ganz genau, mein Name ist Ralph Mauel, bin ein bisschen über 50 (lacht) und komme ganz ursprünglich aus der Gastronomie. Ich habe bevor ich in die Eventbranche gewechselt bin aus einer angeschlossenen Branche, der Gastronomie. Ich bin gelernter Koch und über diesen Job bin ich das erste Mal mit der Eventbranche in Berührung gekommen. Ich habe 1992 in Stockholm während seiner Tour Michael Jackson verpflegt. Das hat mich so fasziniert, dass ich von der Veranstaltungsbranche nicht mehr losgekommen bin.

Aber aus diesem Job habe ich eine Eigenschaft behalten, die mich bis heute prägt. Als Koch hast Du genau eine Chance, um den Gast glücklich zu machen und dieses Credo zieht sich durch mein ganzes Eventleben. 

Wir sitzen gerade in den Design Offices und man merkt allgegenwärtig die Aufbruchsstimmung. Wie fühlt sich das für Dich an?

Zum Glück geht es wieder aufwärts. Aber ich denke es wird erstmal vor allem im privaten und gastronomischen Bereich starten und wir als Branche werden noch ein wenig warten müssen, bis es mit Live Veranstaltungen wieder losgeht. Wahrscheinlich wird es erst einmal mit persönlichen und Events im kleinen Kreis starten, das ist aber ok, denn wir sollten die Zeit noch nutzen, wenn es wirklich wieder los geht mit qualitativ hochwertigen Events durchzustarten. Denn ein Event braucht Planungszeit und außerdem eine gute Dramaturgie, gute Regie, gute Technik und vor allem guten Content, kurzum ein gutes Drehbuch, egal ob digital, live oder hybrid und das braucht (Vorlauf-) Zeit.

Jetzt ploppt immer wieder die Frage danach auf, können wir die ganzen kommenden Veranstaltungen überhaupt stemmen, denn in vielen Bereichen, gerade bei den Freelancern im technischen und hospitality Bereich haben sich viele umorientiert, wie ist hier der Status quo bei Euch?

Wir hatten bisher auch ein wenig Glück, wir konnten alle unsere Mitarbeiter halten, aufgrund der Kurzarbeit aber vor allem weil wir einige Festinstallationen duchgeführt haben und weil wir schnell auf Online umswitchen konnten. Wir haben uns ja schon vor 2020 mit dem Thema online & interaktion intensiv beschäftigt.

Der Job macht Spaß, der Job ist cool, aber wenn ich für das gleiche Geld nicht mehr sooft nachts arbeiten muss und mich persönlich nicht so in Gefahr begeben muss, wie es bei Riggern und Roadies beispielsweise der Fall ist, dann überlegt man sich zweimal, ob man zurück kommt. Ich befürchte, das einige Freelancer und Ausshilfen erst einmal weg sind und diese müssen kompensiert werden. Außerdem müssen wir vor allem junge Menschen (wieder) für den Job begeistern, aber Entertainment hat schon immer Menschen angezogen, von daher denke ich, dass die Begeisterung für diese Branche auch zurückkehren wird.

Ihr seid hier heute als Studio-toGo unterwegs, welche Geschichte verbirgt sich dahinter und was ist das Besondere daran?

Das „toGo“ hinten dran (lacht wieder). Wir, als erlebnisevent.de® sind dem Grunde nach eine klassische Eventagentur, bei der Du die klassischen Dienstleistungen bekommst. Das Besondere an studio-toGo ist, dass wir sowohl eigene feste Studios haben, wo wir proben, aufzeichnen, oder live produzieren können, die komplette Technik aber vor allem mobil und temporär zur Verfügung steht.

Da aber nicht alles bei uns in den Studios gedreht werden kann, weil es nicht, oder nur sehr schlecht transportabel ist, können wir unser Studio quasi einpacken und unkompliziert dorthin bringen, wo es gebraucht wird. Dazu braucht es oftmals nicht einmal aufwendige Kulissen, denn meistens sind diese schon da, man muss sie bloß in Szene setzen. Als Kerze auf dem Kuchen für den Kunden ist der damit verbundene Wohlfühlfaktor, denn im „gewohnten“ Umfeld fühlt sich der Präsentierende/Sender deutlich wohler, was sich direkt auf den Zuschauenden überträgt, es wirkt viel authentischer.

Ralph vielen Dank für Deine Zeit, es war schön, dass wir uns hier persönlich zusammensetzen und dieses Interview führen konnten. Aber eine letzte Frage habe ich noch an Dich, was möchtest Du der COMMUNITY mitgeben?

Dass was ich immer vorlebe: machen! Veränderung passiert nur dadurch, wenn man etwas tut. Man muss immer mit offenen Augen durch die Welt laufen, auch wenn diese Welt beispielsweise nur Bonn ist, das ist auch Welt, aber alles, was man sieht, sollte man aufnehmen und einbauen. Damit kommst Du immer ins machen und kannst nach vorne schauen, denn das, was wir gestern gemacht haben ist morgen nicht mehr State of the Art.

Redaktion
Patrick Bergmann | MEET GERMANY

Kategorie: Redaktion

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