Signale erkennen, interpretieren und damit umgehen.

Redaktion

Michael Schütze ist Experte auf den Gebieten Emotionserkennung und dem Verarbeiten von emotionalem Stress.

     

Wie genau sieht deine Tätigkeit aus, Michael?

Ich trainiere die Emotions-Erkennungs-Fähigkeit. Das mache ich hauptsächlich für mittelständische Unternehmen. Darüber werden dann Kommunikations-Modelle entwickelt. Daraus können sich Themen oder Konflikte entwickeln, die coache ich dann. Ich bin auch Coach für emotionale Stress-Verarbeitung.

Das klingt ziemlich theoretisch. Was bedeutet das im Alltag?

In der Mimik- und der Emotionserkennung haben Untersuchungen erwiesen, dass jeder zweite Gesichtsausdruck nicht erkannt bzw. falsch interpretiert wird.

Aber sobald Menschen aufeinander prallen, findet Kommunikation statt. Und die nonverbale Kommunikation ist dabei ausschlaggebend. Dahinter stehen natürlich die Emotionen. Die Emotionen sind ja nicht nur da, um uns das Leben schwer zu machen, sondern sie haben eine Funktion. Und sie haben ein Bedürfnis, das erfüllt werden will. Wenn das nicht erfüllt wird, entsteht Stress. Und daraus können sich Blockaden entwickeln, die uns zurückhalten oder uns in bestimmten Situationen unangemessen reagieren lassen.

In meinem speziellen Coaching finde ich zu jedem Problem die emotionale Spur heraus, so dass wir sie in der Sitzung verarbeiten und lösen können.

Wer braucht diese Erkenntnis im täglichen Leben?

Jeder! Denn jeder kommuniziert und jeder hat seine Themen. Zum Beispiel, wenn ich als Vorgesetzter ein Problem habe, mit meinen Mitarbeitern zu sprechen. Möglicherweise baue ich bei schwierigen Gesprächen eine innerlich eine Blockade auf.

Oder habe ich die richtigen Leute im Team, habe ich den richtigen Mitarbeiter mit der richtigen Aufgabe betraut. Oder hat er Angst und sagt es mir nicht?

Wie kannst du dabei helfen?

Ich zeige ihm, wie er das erkennt und wie er dann daraus eine Kommunikation entwickeln kann. Vor allem eine emotionale Kommunikation, die der andere dann auch versteht. Letztendlich geht es um das Verständnis anderer Menschen. Der Mensch gegenüber fühlt sich dadurch verstanden und wertgeschätzt.

Wir können denn Menschen dann sehen, wie er wirklich ist und gegebenenfalls welche Bedürfnisse in diesem Moment nicht erfüllt, beziehungsweise verletzt werden.

Ein Beispiel…?

Jeder von uns hat schon mal im Stau gestanden. Die meisten ärgern sich darüber.

Nun ist aber Ärger eine Emotion, die nach vorne möchte, sie will ein Hindernis beseitigen. Ärger schafft in uns die Handlungsenergie. Nun ist die Frage: Ist Ärger in einem Stau, den wir nicht beseitigen können, sinnvoll? Wir sollten dafür den Blickwinkel wechseln und sagen: Oh, das ist ja schade, das wird sich positiv auf den Stress auswirken der eventuell entstanden ist.

Da passiert nämlich im Gehirn schon eine Ent-Stressung der Situation. Das ist Wissenschaft

Ich bin übrigens einer der ersten in Deutschland mit einem Mimik-Master-Zertifikat.

Wie ist die Nachfrage nach deinem Wissen?

Sehr gut.  Ich habe schon für die Polizei gearbeitet, im Gesundheitswesen oder auch für Verkäufer, um nonverbale Kauf-oder Einwandsignale zu erkennen.

Was ich kann, wird gebraucht. Erst recht in der digitalen Welt. Wir sehen ja auch bei vielen jungen Leuten, dass sie verlernen, die eigenen Emotionen zu fühlen, auch die anderer Leute, sie nehmen andere Leute oft gar nicht mehr wahr. Das kann man und sollte man auch ändern.

Denn wenn ich andere Leute nicht mehr wahrnehme, fehlt mir Empathie und ich glaube, ohne Empathie werden wir als Mensch nie glücklich und zufrieden leben können.

(MEET GERMANY freut sich, 2020 mit Michael Schütze zusammenarbeiten zu können. Wir sind gespannt!)

Redaktion MEET GERMANY

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