Kongresse oder kleinere Events mit bis zu 500 Personen können stattfinden, wenn sie sich auf lokaler Ebene bewegen. Und das in Bereichen, die bisher nicht als Infektionsherde angesehen wurden.

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Martin Glöckner, Rechtsanwalt in der Kanzlei Glöckner Keller Rechtsanwälte, Dozent für Veranstaltungsrecht an der DHBW Ravensburg, Justiziar des FAMA Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.

   

Bundesweit werden wegen der Corona-Gefahr Großveranstaltungen abgesagt. Halten Sie ein SUMMIT wie das von MEET GERMANY geplante in München am 25. & 26. März für etwa 250 Personen für durchführbar?

Ich meine, dass eine Veranstaltung in dieser Größenordnung durchaus noch tragfähig ist. Ich halte da die aktuelle bayerische Regelung zum Umgang mit Großveranstaltungen – es war die erste Verfügung eines Bundeslandes und sie ist in meinen Augen die am besten strukturierte – für am aussagekräftigsten.

In Bayern wurde geregelt, dass es eine Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums zur Absage von Veranstaltungen über 1000 Teilnehmer gibt. Diese ist vorerst befristet bis zum 19.April.  Bayern hat sogar Sonderregelungen erlassen für Veranstaltungen, die unter der magischen Schwelle von 1000 Teilnehmern sind. Im Bereich 1000 bis 500 Teilnehmer sollen strenge  Prüfungen anhand der Prinzipien des Robert-Koch-Instituts durchgeführt werden, die ja vom Krisenstab im Bundesgesundheitsministerium und Bundesinnenministerium am 28.02.2020 veröffentlicht wurden.

Bei Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern soll eine kritische interne Prüfung stattfinden. Diese Art der Veranstaltung wird nicht mit derselben Vehemenz betrachte wie Großveranstaltungen. Es findet also eine sinnvolle Staffelung statt. Das halte ich für eine durchaus kluge Lösung.

Noch sind die wirtschaftlichen Folgen nicht absehbar. Im Eventbereich mussten erste Firmen Mitarbeiter entlassen. Wie stellt sich das aus Ihrer Sicht dar?

Es wird sich jetzt zeigen müssen, wie die wirtschaftlichen Hilfen innerhalb Deutschlands auf den verschiedenen Gebieten in Anlauf kommen.

Ich meine, obwohl Veranstalter einen großen Teil meiner Mandantschaft stellen, dass man auch als Veranstalter eine gewisse Verantwortung für die landesweite und auch lokale Gesundheit der Menschen hat. Dennoch empfiehlt sich – wie sonst auch üblich im Leben – eine differenzierte Betrachtung. Wie hoch ist eine Gefahr, die von einer spezifischen Veranstaltung ausgeht und kann ich diese Gefahr in den Griff bekommen. Dann können durchaus Kongresse oder kleinere Events noch stattfinden, zumal wenn sie sich auf lokaler Ebene bewegen. Und das in Bereichen, die bisher nicht als Infektionsherde angesehen wurden.

Redaktion MEET GERMANY

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