Das „Objekt der Begierde“ ist der gute Fahrer, der „Uwe“

Redaktion

Julien Figur, Geschäftsführer von Hanse Mondial.

 

Julien, Busunternehmen gibt es etliche. Was zeichnet euch aus?

Wir legen ganz viel Wert auf Leidenschaft und Kommunikationsfähigkeit. Nicht nur Richtung Kunde, der natürlich primär wichtig ist, sondern es geht besonders um unser bundesweites Netzwerk. Wir hegen und pflegen unser Netzwerk und haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zu unseren Partnern. Wir arbeiten lösungsorientiert und ich glaube, das ist ausschlaggebend.

Mit welchen Größenordnungen an Kunden habt ihr zu tun?

Ob das eine Delegation ist, die wir am Flughafen abholen und die wir zu ihren Terminen oder ins Hotel bringen, wo es darum geht, einen kleinen schwarzen VIP-Bus, Minivan oder Limousine zur Verfügung zu stellen, oder auch individuelle Events bei den es darum geht, mehrere tausend Leute clever zwischen verschiedenen Veranstaltungsorten hin- und her zu shuttlen, wir sind in der Lage, alles aus einer Hand anzubieten.

Ihr als Gründer bezeichnet euch bei der Vorstellung als „echte“ Hamburger. Was zeichnet denn echte Hamburger aus?

Das ist eine lustige Frage (lacht).

„Hanse Mondial“ kommt aus dem Hanseatischen Kaufmannsbegriff. Damals, als die Kaufleute wirklich noch Kaufleute waren, war das gesprochene Wort tatsächlich noch Gesetz. Und das ist es auch bei uns: Wir als Hanseatische Kaufleute sehen diesen Begriff als Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Wenn ich sage: Der Bus ist morgen 8 Uhr da, dann ist der Bus tatsächlich morgen 8 Uhr da.

In eurer Branche tut sich viel. Wie stellt ihr euch den modernen Herausforderungen?

Die sind erst einmal kurzfristig:

Unsere Zielsetzung ist,  dass wir unseren Kunden eine voll umfängliche digitale Lösung anbieten und unsere Partner auch in das digitale Zeitalter abholen und integrieren. Wir sind auch schon gut dabei und mit vielen Tools, die wir integrieren und unsere Partner damit konfrontieren, egal, ob das eine Event-App ist, über die wir das Controlling und das Managen der bis zu 100 Fahrten am Tag steuern und checken können, oder ob es darum geht, eine digitale Kommunikation zu führen um manuellen Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Und die langfristigen Ziele?

Natürlich setzen wir uns heute schon mit Schlagwörtern wie dem autonomen Fahren auseinander. Auch wenn wir heute noch nicht wissen, ob wir vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren alltagstauglich autonom auf der Straße unterwegs sind. Heute ist das „Objekt der Begierde“ der gute Fahrer, der „Uwe“. Er ist heute nicht mehr 30 oder 40 Jahre, sondern leider schon 50 oder 60 oder noch älter. Er ist das, was als knappe Ressource dargestellt wird.

Und da muss sich was tun, eventuell von der Politik her. Wir brauchen mehr junge und gute Piloten der Straßen (Busfahrer).

Früher kostete der Busführerschein 900 Mark. Heute muss man 15.000 Euro auf den Tisch legen, um einen Busführerschein zu bekommen. Danach bekommt ein Busfahrer viel zu wenig Geld im Verhältnis zum Aufwand und der Verantwortung.

Trotzdem sind wir bereits jetzt in der Lage, unseren Workflow, den wir manuell darstellen, von heute auf morgen digital über autonomes Fahren abzubilden. In 10 oder 20 Jahren sagen wir nicht mehr „Uwe“, er muss um 8 Uhr an der Schule stehen, sondern der Maschine A oder B. Dafür sind wir gewappnet.

Wie eng seid ihr mit dem Fußball verbunden, immerhin könnt Ihr sogar einen St.Pauli-Bus anbieten?

Eigentlich sind wir alle Fußballer. Bis auf einen Handballer und einige Allgemeinsportler.

Besonders eng verbunden sind wir allerdings mit der Damenmannschaft von St.Pauli. Die ist seit Beginn mit Hanse Mondial unterwegs sind. Auch wieder in der kommenden Saison. Da wird es auch ein schickes Video geben, das wir im September / Oktober in Angriff nehmen werden, wo wir die Mannschaft von der Busfahrt an begleiten.

Redaktion MEET GERMANY

MEET GERMANY FAMILY