Das Wichtigste zuerst: Fast alle Ereignisse, die zum Ausfall einer Veranstaltung führen, sind versicherbar.

Experten

Hans-Peter Schwandt von schwandt. Versicherungsmakler KG ist Experte für Veranstaltungsversicherung.

     

Die Ausfallversicherung ist eine Allgefahrendeckung – was nicht ausgeschlossen ist, ist versichert!

Und es sind dann eben die Ausschlüsse, die den Versicherungsumfang wieder einschränken. Wie denkt ein Versicherer?

Sobald die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Schaden kommen wird, die 50:50 Quote übersteigt, werden die Versicherer das Risiko zunächst teurer, dann aber gar nicht mehr zeichnen.

Das zeigt sich jetzt in aller Deutlichkeit bei der Gefahr einer Epidemie durch den Corona-Virus.

Bis zum Mittwoch, den 26.02.20, 17.30Uhr konnten wir die Ausfallversicherung mit der Klausel des Eingriffes von „Hoher Hand“, z.B. wegen der Vermeidung weiterer Ausbreitung des Corona-Virus noch verbindlich anbieten, dann schloss sich für uns auch die letzte Tür der Anbieter. Veranstaltungsverbote durch die Behörden im Zusammenhang mit dieser Gefahr sind somit nicht mehr versicherbar.

Angesichts der sich ausbreitenden Sorge bis zur Angst nicht nur in unserer Bevölkerung sehen wir das enorme wirtschaftliche Risiko für alle Veranstalter selbst dann, wenn es noch die konkrete Versicherungsmöglichkeit gäbe. Das Nichterscheinen der Besucher oder Aussteller oder die Absage einer Messe /Veranstaltung durch den Veranstalter selbst (aktuell die ITB 2020 in Berlin) wären nicht versichert, denn das so genannte „mangelnde Besucherinteresse“ oder das „Mitwirken des Veranstalters selbst“ an der Ausfallsituation sind klassische Ausschlüsse und auch nicht wieder hineinnehmbar.

Was also tun?

Es gibt auch weiterhin wichtige Gründe für die Ausfallversicherung, um so das finanzielle Risiko für den Veranstalter kalkulierbar zu machen:

Rücknahme von Genehmigungen, Kündigung von Mietverträgen, Untergang der Location ohne ausreichende Zeit für ein Ausweichen, Ausfall wichtiger technische Subunternehmer…

Extremwetter

Unbespielbarkeit des Platzes durch Witterungsereignisse vor und während der Veranstaltung

Terrorandrohung oder -akte direkt gegen die Veranstaltung oder die Infrastruktur der Umgebung

Attentate oder Attentatsandrohungen

Pietät, die z.B. angesichts von Ereignissen mit Todesfällen das „Feiern“ moralisch verbietet

Staatstrauer

Ausfall des Topacts (Künstler, Referent o.a.) und

andere Erkrankungen, die sich zu Seuchen und Epidemien entwickeln könnten.

Aktuell bestätigt sich auch wieder unsere Erfahrung: Für bereits bestehende Ausfallversicherungen gilt der volle Versicherungsumfang! Die Versicherer ziehen, sofern sie nicht eine entsprechende Klausel im Vertrag hätten (haben unsere Angebote schon seit Jahren nicht mehr!!!), die zugesagte Deckung nicht zurück! Unsere Angebote an die Kunden, die wir vor der Absage des Versicherers an unsere Kunden versandt haben, besitzen volle Gültigkeit!

 Da der Beitrag für eine Ausfallversicherung nicht vom Zeitpunkt ihres Abschlusses bestimmt wird, empfehlen wir seit Jahren, die Konditionen und Beiträge für die Ausfallabsicherung kommender Veranstaltungen so frühzeitig, wie möglich auszuhandeln.

Dafür stehen wir sehr gern bereit!

Wir wünschen uns alle, dass es nicht zu den befürchteten Ausmaßen der Erkrankung durch den Corona-Virus kommt!

Viel Glück!

Hans-Peter Schwandt

MEET GERMANY FAMILY